Wie sind die Zeremonien der feierlichen Sakramentenspendung zu beurteilen?
Wie sind die Zeremonien der feierlichen Sakramentenspendung zu beurteilen?
Zeremonien sind gewisse, von der Kirche geprüfte äußere Riten, die gewissenhaft und geziemend eingerichtet sind: Zuerst, damit sie Zeichen, Zeugnisse und Übungen des inneren Kultes sind, den Gott besonders fordert; sodann, dass sie als lebendiger Ansporn für die Religion dienen, wodurch die menschliche Gebrechlichkeit wie mit Stützen gehalten und sowohl zum Ergreifen als auch zum Bewahren der heiligen Mysterien geführt wird; schließlich damit das, was zur Förderung des göttlichen Kultes und zur Bewahrung der öffentlichen Disziplin und Einheit gehört, in ehrwürdiger und geziemender Ordnung (Johannes Chrysostomus, PG 61,69) in der Kirche vollzogen wird, wie es der Apostel befiehlt.
Die Dinge aber, von denen bei der Verwaltung der Sakramente Gebrauch gemacht wird und welche uns gleichsam durch die Hände von den Vätern übergeben und anvertraut worden sind, müssen natürlich mit großem Eifer erhalten und bewahrt werden. Denn, abgesehen davon, dass sie den Sakramenten den Schmuck bringen und eine gewisse Verehrung vermitteln, müssen wir sie mit Rücksicht auf ihr Alter verehren. Sie haben nicht nur die älteste, sondern auch die Ansehen und Würde den Mysterien entsprechende apostolische Einsetzung, wie die heiligsten und gelehrtesten Väter festgehalten haben.
Über diese und andere hat Damascenus jenes berühmte Wort gesagt: „Was die christliche Religion unkundig des Irrtums aufnimmt und in so vielen Jahrhunderten unerschüttert bewahrt, ist keineswegs leer, sondern nützlich, Gott wohlgefällig und für das Heil sehr zuträglich.“ (Johannes Damascenus, PG 95,249)
(Petrus Canisius, Der Große Katechismus, Regensburg 2003, 140-141)

