Was muss man über schlechte Priester denken?
Was muss man über schlechte Priester denken?
Dies ist göttliche Anordnung, die nicht beseitigt werden kann, dass nicht nur gute Priester, sondern auch schlechte in der Kirche geehrt werden. Denn jener will in seinen Dienern erkannt, aufgenommen, gehört (vgl. Mt 10,40 // Lk 10,16) und beachtet werden, der gesagt hat: die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selber aber nicht, was sie sagen (Mt 23,2f). Nun ist unter den Schlechten eine gewisse Auswahl zu treffen, indem wir erkennen, dass wir in dem, was zum Amt und zur Autorität des Lehrens gehört, nur denen Treue und Gehorsam schulden, die von den Bischöfen rechtmäßig geweiht und gesandt sind und die die gesunde Lehre der Kirche bekennen.
Deshalb mahnt und lehrt der in dieser Hinsicht äußerst ehrwürdige Irenäus sehr weise: „Darum muss man auf die Presbyter hören, die es in der Kirche gibt und die sukzessiv in der Nachfolge der Apostel stehen; zusammen mit der Sukzession im Bischofsamt haben sie das zuverlässige Charisma der Wahrheit bekommen, wie es Gott gefiel; aber alle anderen, die von dieser Sukzession, die bis auf den Ursprung zurückgeht, nichts wissen wollen und sich beliebig irgendwo versammeln, sind verdächtig, entweder Häretiker zu sein, die Übles im Sinn haben, oder Schismatiker, hochmütig und selbstzufrieden“. (Irenäus, Haer. IV, 26,2 ) Etwas später: „Von allen solchen Leuten muss man sich also absetzen und denen anhängen, die die Lehre der Apostel bewahren, wie gesagt, und zusammen mit der Zugehörigkeit zum Presbyterstand die gesunde Lehre und einen gesunden Lebenswandel ohne Anstoß vorzeigen zur Bestärkung und Besserung der Übrigen.“ (Irenäus, Haer. IV, 26,4)
Dies sind die Worte jenes Irenäus, der Polykarp, den Schüler des heiligen Evangelisten Johannes, als Lehrer hörte. Und dies war für Tertullian der Grund, warum er, als er den Häretikern Vorwürfe machte, sagte: „Die Weihen der Häretiker sind aufs Geratewohl leichtfertig und ohne Bestand. Bald stellen sie Neophythen an, bald an die Welt gefesselte, bald unsere Apostaten, um die Leute durch die Ehre an sich zu ketten, da sie es durch Wahrheit nicht vermögen. Nirgends gibt es leichtere Beförderung als im Lager der Rebellen, wo bloß sich aufzuhalten schon als Verdienst gilt. Und so ist denn heute der eine Bischof, morgen der andere, heute ist jemand Diakon und morgen Lektor, heute einer Priester und morgen Laie. Denn sie tragen die priesterlichen Verrichtungen auch Laien auf“ (Tertullian, Praescr. 41), soweit Tertullian. (Petrus Canisius, Der große Katechismus, 186-188)]

