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Priesterbruderschaft St. Pius X.

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Das Sakrament der Priesterweihe

Nichts auf Erden kommt der ganzen vermittelnden Wirksamkeit des Priesters am Altar gleich, der Christus in Händen hält und ihn der anbetungswürdigen Heiligen Dreifaltigkeit als Opfer darbringt.

Die Priesterweihe ist das Sakrament der hierarchischen Einheit der Kirche. In der christlichen Gemeinschaft ist der Priester der Mann des Gemeinwohls im Dienste aller. Dem schlichtesten Priester ist die ganze Kirche anvertraut. Seine Mittlerrolle erstreckt sich auf den ganzen mystischen Leib Christi. Die Darbringung des Messopfers ist eine erhabenere Handlung als die Führung der ganzen Kirche. Nichts auf Erden kommt der ganzen vermittelnden Wirksamkeit des Priesters am Altar gleich, der Christus in Händen hält und ihn der anbetungswürdigen Heiligen Dreifaltigkeit als Opfer darbringt. Die Messe ist der bevorrechtigte Augenblick, im dem die Kraft des Priesters ihr Höchstmass an Wirkungsvermögen erreicht, und der höchste Augenblick, im dem die Kirche des menschgewordenen Wortes gesammelt und eins in Gebet und Anbetung vor Gott steht.

Das übrige Priesterleben steht auch im Dienste der christlichen Gemeinschaft. Alle Erlösungsschätze Christi gehen durch die Hände des Priesters. Er hat den Auftrag, die Menschen durch die furchtbaren Verwicklungen der weltlichen Notwendigkeiten hindurch ihrer ewigen Bestimmung entgegenzuführen. Kein Menschsein ist so sehr wie das seine mit dem geistigen Wohl des Menschengeschlechts verbunden.

Als „Mann Gottes" ist der Priester zugleich auch der Mann aller Menschen, über den Rassen und den Parteien stehend. Er hat sich nicht nur um die Christen zu kümmern, sondern auch um die Heiden und die Gleichgültigen, ja um die Abtrünnigen und Exkommunizierten, um alle, deren freier Wille noch Gott zugekehrt und zu Christus bekehrt werden kann. In Fortsetzung des fleischgewordenen Wortes, „Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes" (1 Kor. 4, 1), ist der Priester ein „zweiter Christus", der den Auftrag erhalten hat, alle Menschen mit Gott zu versöhnen. Zu diesem Zweck vertraute der Sohn Gottes seinem Priestertum seine ganze Priester- und Königsgewalt an. Jeder Priester erfüllt hier, seinem Platz in der Kirche entsprechend, die Funktionen Christi. Der schlichteste Priester ist als Mittler ein „zweiter Christus", dem das geistige Gemeinwohl der ganzen Menschheit anvertraut ist. (Marie-Michel Philipon OP, Die Sakramente im Leben des Christen, Freiburg im Breisgau 1958, Ein-führung)

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