Hüten Sie sich vor der modernen Tendenz nach Art des Kollektivismus
Hüten Sie sich vor der modernen Tendenz nach Art des Kollektivismus
Das ... gilt für die übrigen Sakramente. Hüten Sie sich vor der modernen Tendenz, alle Sakramente als Zeichen der Gemeinschaft, des Kollektivs zu betrachten, also eine Art Kollektivismus, der die neuen Sakramente kennzeichnet, während doch unser Herr die meisten Sakramente gestiftet, die Sakramente eingesetzt hat, um die einzelne Person, den einzelnen Menschen zu heiligen, damit jeder einzelne von uns geheiligt werde, und nicht als Zeichen der Gemeinschaft. Das ist auch bei der Taufe der Fall. Man gibt jetzt „Kollektivtaufen“ unter dem Vorwand, daß die Taufe nur mehr der Anschluß an die Gemeinschaft ist. Das ist aber nicht der eigentliche Sinn des Sakraments der Taufe. „
Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum – Ich glaube an die eine Taufe zur Vergebung der Sünden“, zur Vergebung der Erbsünde im besonderen und zur Spendung des ewigen Lebens, zur Spendung des göttlichen Lebens. Das gleiche ist bei den Beichten der Fall, bei den „Kollektivbeichten“, bei den letzten Ölungen, wo man „kollektive Letzte Ölungen“ erteilt. Alles das ändert den Sinn, den Unser Herr Jesus Christus den Sakramenten geben wollte.
Die Sakramente wurden für die persönliche Heiligung geschaffen. Jeder von uns rettet sich selbst. Wir retten uns nicht durch das Kollektiv. Zweifellos hilft uns auch die Gesellschaft, uns zu retten, aber wenn wir nach unserem Tod vor Gott hintreten müssen, wird es nicht das Kollektiv sein, das in uns gerichtet wird, sondern wir selbst, unsere Seele. Hüten wir uns daher vor dieser neuen Art futuristischer Auffassung der Sakramente, die auch Gefahr läuft, diese Sakramente ungültig zu machen. Das ist eine Gefahr!
Wir müssen treu bewahren, was Unser Herr Jesus Christus eingesetzt hat, um so sicher zu sein, daß die Sakramente den Gläubigen das ewige Leben bringen, das Leben, das sie brauchen, dieses Leben der Gnade, des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Seien Sie darum besorgt, den Seelen dieses Leben zu bringen, für das Jesus Christus gestorben ist, für das Er Sein Blut dahingegeben hat.
(Erzbischof Marcel Lefebvre, Predigt am 1. Juli 1984 Zaitzkofen (Deutschland), in: Damit die Kirche fortbestehe, Stuttgart 1992, 546)

