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Priesterbruderschaft St. Pius X.

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Die soziale Bedeutung der Sakramente

Leben in Christusprozession lourdes

„Für mich ist das Leben Christus", schrieb der heilige Paulus (Phil. 1,21). „Aus Liebe hat uns Gott nach seinem freien Willensentschluß durch Jesus Christus zu seinen Kindern vorherbestimmt" (Eph. 1,5). In Christus sollen wir leben, lieben, leiden und sterben. Mit allem Geschehen dieser Welt arbeitet Gott darauf hin, daß wir „dem Bilde seines Sohnes gleichförmig werden (Röm. 8,29). Christliche Heiligkeit ist eine Gleichförmigkeit mit Christus.

Und die gottgewollten ureigentlichen Mittel, uns dieses Lebens „in Christus“ teilhaftig werden zu lassen, sind die Sakramente. Mit vollem Recht hat die christliche Überlieferung in ihnen stets die Kanäle der Gnade gesehen, die aus der durchbohrten Seite Jesu quillt. Durch diese Kanäle strömen uns alle Erlösungsgnaden, die am Kreuze als Ganzes erworben worden sind, zu.

Christus aller Völker

Gott hat eine neue „über-geschichtliche und über-räumliche“ Welt geschaffen, um mitten unter uns das Erlösungsopfer in seiner Wirklichkeit fortzuführen und das persönliche Einwirken des Erlösers auf unser aller Leben, auf jede Seele zu gewährleisten. In den symbolischen Riten der Kirche verewigen die Sakramente die „Großtaten Christi“. Dank dieser sakramentalen Ordnung ist der geschichtliche Christus, der in Raum und Zeit an einen bestimmten Ort gebunden war, der Christus aller Völker geworden. Jesus weilt stets mitten unter uns.

Der Gekreuzigte von Golgotha ruft die Menschen aller Generationen zu sich. Unsere Aufgabe ist, unser Dasein zu einem inbrünstigen Suchen nach Christus zu machen. Die Lebenszeit, die uns geschenkt ist, stellt die persönliche Stunde unserer Erlösung dar. Jeder empfängt aus der un-endlichen Fülle der Hauptgnade Christi im Maß seines eigenen Eifers.

Der mystische Leib Christi

Über den Einzelmenschen hinaus gewinnt jedoch der ganze Mystische Leib Christi im Verlauf der Jahrhunderte durch die Einrichtung der Sakramente Gestalt. Vielleicht hat man bisher diese die Gemeinschaft betreffende Seite des sakramentalen Lebens in der Kirche nicht genügend herausgestellt. In Wirklichkeit gibt es kein einziges Sakrament, dessen Wirkungen nicht wenigstens indirekt dem ganzen Mystischen Leib Christi zugute kommen.

In unserer Zeit, in der die Gemeinschaftswerte in so hohem Maße die Aufmerksamkeit der Menschen fesseln, in der sich auf dem Gebiet des religiösen Denkens, der Kunst, der Zivilisation und auch der wirtschaftlichen Belange alle Probleme auf internationaler Ebene stellen, fällt es der Kirche, dem Mystischen Leib Christi, in keiner Weise schwer, alles in der weltumspannenden Weite des Erlösungsplans zu sehen, sich die weitestgehenden Gesichtspunkte weltumfassender Solidarität zu eigen zu machen.

Alle ihre Glaubenslehren haben soziale Rückwirkungen. Vor allem aber gibt uns die Lehre von den Sakramenten die mächtigsten Mittel für das Wachstum und den Zusammenhang des mystischen Leibes Christi an die Hand.

(Marie-Michel Philipon OP, Die Sakramente im Leben des Christen, Freiburg im Breisgau 1958, Einführung)
 

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