Auszug aus der Melser Schulchronik
Auszug aus der Melser Schulchronik
des Schuljahres 2009/2010
Der erste Schultag beginnt mit einem gesungenen Amt zu Ehren des Heiligen Geistes. Wir bitten den Geist Gottes, dass er uns leiten und lenken möge. Gleichzeitig möge er sich in seinem Amt als Tröster einiger Schüler annehmen, die sehr unter der Trennung vom Elternhaus zu leiden haben.
Am Donnerstag, dem 20. August, finden wir, dass das ausgesprochen schöne und heisse Wetter unbedingt für eine richtige Wanderung genutzt werden sollte. Daher will P. Amselgruber mit sechs Schülern der 3. Oberstufe der Hitze entfliehen. Er fährt mit ihnen auf den Flüelapass, von wo sie das Flüela Schwarzhorn besteigen. Der Aufstieg ist weder besonders schwer noch sehr lang. Weil aber der Ausgangspunkt schon auf 2300 m ü. M. liegt, erreichen die sieben Berggänger nach zwei Stunden Marschzeit die stolze Gipfelhöhe von 3146 m. Das liegt natürlich viel höher, als jeder andere Gipfel, den wir mit unseren Schülern je bestiegen haben – Grund genug für die 3. Oberstufe, ein wenig stolz zu sein. Überhaupt hat sich eine interessante Wendung vollzogen. Anfangs noch gar nicht recht begeistert, sind sie nun froher Stimmung, glücklich und zufrieden. Nach der Rückkehr sagen sie sogar, so etwas solle man wieder einmal machen – aber nur für ihre Klasse!


Pater Rektor und Abbé Aleš Hakl (ein tschechischer Seminarist, der für eine Woche bei uns weilt) machen in der zweiten Nachmittagshälfte mit 16 Schülern eine Wanderung auf den 2309 m hohen Gamidaurspitz. Ausgangspunkt ist die ca. 1500 m hoch gelegene Alp Vermii. Die schnellsten Schüler brauchen für den Aufstieg kaum mehr als eine, für den Abstieg nicht einmal eine halbe Stunde! Die Geistlichen können nicht immer ganz mithalten... Der tschechische Diakon ist übrigens ganz begeistert von der Schönheit der Landschaft. Aber auch die Schüler sehen in den Bergen nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch ein Anlass zum Staunen und zur Bewunderung der Grösse Gottes.
Am 3. September feiern wir den Patron unserer Priesterbruderschaft. Am Morgen hält Pater Rektor ein gesungenes Amt, bei dem die aktuelle 3. Oberstufe zum ersten Mal als Schola zum Einsatz kommt. – Das Mittagessen wird von der Küche der Feierlichkeit entsprechend zubereitet. Viele strahlende Gesichter und vor allem eine ungewohnte Ruhe beim Essen der Schüler beweisen, dass die Pommes frites herrlich schmecken. Es ist übrigens wirklich so, dass die Schüler beim Essen viel weniger laut sind, wenn etwas aufgetischt wird, was ihnen besonders behagt, Pommes eben oder Eis!
Das Fest Mariä Geburt begehen wir mit einer Schülermesse. Beim Mittagessen feiern wir den Geburtstag von Frau Berktold. Sie ist es, die den Nachtisch spendiert, zur grossen Freude der Schüler. Am Nachmittag macht sich P. Amselgruber mit einigen Wandervögeln aus der 1. und vor allem 2. Oberstufe auf den Weg. Von Mastrils GR aus besteigen sie den Chimmispitz – von weniger als 700 auf 1814 Metern über Meer, also eine wirklich grosse Wanderung. Recht spät am Abend, die anderen Schüler sind gerade zu Bett gegangen, kommen die Ausflügler müde, aber sehr gut gelaunt, zurück.
Am Donnerstag, dem 10. September, unternehmen die anwesenden 5 Schüler der 3. Oberstufe (einer macht eine Schnupperlehre) wieder eine Bergbesteigung. Sie führt sie auf den Fronalpstock (2124 m) oberhalb von Mollis im Kanton Glarus. Die Aussicht ist alles andere als erhebend, denn die Wolken waren schneller auf dem Gipfel als wir... Aber die Schüler lassen sich durch gar nichts aus ihrer guten Stimmung bringen.
Am Mittwoch, dem 23. September, ist grosser Schulreisetag. Da im Juni die geplanten Schulreisen aufgrund des widrigen Wetters ausfallen mussten, findet jetzt nicht nur eine halbtägige Herbstwanderung statt, sondern die Schulreisen werden nachgeholt; allerdings nicht strikt nach Klassen getrennt, sondern nach den Interessen der Schüler. Pater Amselgruber und Herr Niederberger steigen von Walenstadtberg auf den Hinterrugg (2306 m) und schliesslich folgt der Abstieg nach Walenstadt (1100 Höhenmeter im Aufstieg, 1900 im Abstieg!). Bruder Thomas, Herr Martin, Frau Niederberger und Frau R. Pfluger unternehmen mit 20 Schülern eine Fahrt über den Klausenpass, eine Wanderung am Vierwaldstättersee und als Höhepunkt der Besuch einer Ausstellung über Schweizer Messer und den Besuch der Victorinox-Fabrik. Herr Schäppi macht mit seiner Klasse eine Wanderung von der Schwägalp auf den Säntis (1150 Höhenmeter) und über die Meglisalp zum Seealpsee, wo sie auf P. Rektor treffen, der mit einer Gruppe von kleineren Schülern von Wasserauen den Schäfler bestiegen hat (1050 Höhenmeter). Zum Abendessen werden von allen Gruppen Würste gegrillt, sei es in Morgarten, in Walenstadt oder eben am Seealpsee. – Mehr oder weniger spät, aber fast durchweg sehr müde (nur einige „Messer-kandidaten“ scheinen noch etwas aufgedreht zu sein) kehren die Schüler ins Institut zurück, wo nach dem Duschen und dem Abendgebet bald grosse Ruhe einkehrt.




Am folgenden Tag „entführt“ Pater Amselgruber acht Schüler nach St. Gallen in die Tonhalle, wo das Orchesterwerk „Scheherazade“ von Rimski-Korsakov und ein Klavierkonzert von Rachmaninov dargeboten werden. Zweimal haben sich die Schüler zuvor mit P. Amselgruber getroffen, der sie in die beiden Werke eingeführt hat. Bei ihrer Rückkehr sind sie begeistert – es war bisher noch immer so! Durch diese Konzertbesuche merken die Schüler allmählich, dass die klassische Musik lebendig und packend ist und viel mehr zu bieten hat, als sie meistens annehmen.
Am letzten Freitag vor den Ferien (25. September) begehen wir das Fest unseres Landespatrons. Der hl. Bruder Klaus wird durch ein gesungenes Amt am frühen Morgen geehrt.
Am Allerseelentag halten wir am Abend ein gesungenes Requiem für die verstorbenen Freunde und Wohltäter. Während der ganzen Allerseelenwoche findet allabendlich ein Spaziergang (oder eine Spazierfahrt, wenn die Zeit knapp ist) zum Friedhof statt. So kommen wir im Geist der Kirche den Verstorbenen nach Kräften zu Hilfe, indem wir für sie beten und ihnen unsere Ablässe zuwenden.
Am Abend des 16. November findet in der Zürcher Tonhalle ein Konzert statt; geboten wird die 2. Symphonie „Lobgesang“ von Mendelssohn. Das Besondere daran ist, dass das Orchester nicht aus Berufsmusikern, sondern aus Jugendlichen besteht. Die Jüngsten sind erst 14 Jahre alt! Es bietet sich also die gute Gelegenheit, unseren Kindern vor Augen zu führen, was sich erreichen lässt mit dem nötigen Einsatz und wie jugendliche Frische und Freude die Begeisterung für klassische Musik nicht ausschliessen. Elf Schüler nehmen das Angebot an und fahren mit Pater Rektor nach Zürich.
Am Montag, dem 30. November, erfolgt die (besonders von den Priestern) lange ersehnte Rückkehr von Herrn Simon Allenspach in den Dienst als Betreuer. (Endlich ist die Rekrutenschule zu Ende!) Nun werden die Priester ein wenig entlastet, was die Betreuung der Hausaufgabenzeiten betrifft.
Die beiden Priester können Herrn Allenspach erst am Abend begrüssen, denn sie nehmen am in Wil stattfindenden Priestertreffen teil.
Am Samstag, dem 5. Dezember, nimmt einer unserer Walliser Schüler, Nicolas Moulin, an der kantonalen Meisterschaft für den Blasmusiknachwuchs teil. Er erreichte mit seinem Althorn den hervorragenden 3. Platz (von 103 Teilnehmern)!
Das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau ist in mehrerer Hinsicht ein besonderer Tag: Für die Priester ist es der Tag, an welchem sie in die Priesterbruderschaft eingetreten sind und an dem sie ihre Treueversprechen abgelegt haben. Für die Schüler ist es ein „Traumtag“, ein schulfreier Tag; überdies steht heute ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm!
Aber zuerst kommt das Wichtigste: Am Vormittag feiern wir ein gesungenes Amt mit der 3. Oberstufe als Schola, die ihre Sache sehr gut macht.
Nach dem vorzüglichen Mittagessen brechen wir nach St. Gallen auf, wo kurz nach zwei Uhr die Führung durch den Klosterbezirk beginnt. Wir haben besonderes Glück: Da der Sakristan anwesend ist, können wir auch die Krypta und den Chorbereich betreten, wo die Schüler das herrlich geschnitzte Chorgestühl bewundern können.
Am Abend folgen mit einem Fondue und dem Besuch des Samichlaus (Nikolaus) die nächsten Höhepunkte. Der Heilige hat in den vergangenen Tagen so viel zu tun gehabt, dass er erst heute bei uns erscheinen kann. Er hält den Schülern ein wenig den Spiegel vor Augen und lobt ihre Stärken. Schliesslich erhält jeder noch ein Säckchen mit milden (süssen) Gaben.
Am 10. Dezember steht wieder ein Besuch in der Eishalle auf dem Programm. Allerdings gibt es bei einigen Schülern der 2. Oberstufe lange Gesichter: Wegen mangelhaften Verhaltens im Unterricht müssen sie hier bleiben und dem regulären Unterricht folgen. Es ist hart für sie, und manchmal ist es auch für die Erwachsenen nicht leicht, hart zu bleiben, besonders wenn sie die Begeisterung der Kinder für das Eishockey teilen... Aber die Konsequenz ist bekanntlich für eine gute Erziehung notwendig.
Eine Woche danach fahren die Herren Schäppi und Allenspach mit der gesamten Oberstufe in die Eishalle. – Im Internat ist es herrlich ruhig! Überhaupt schätzen wir diese Möglichkeit zum Eishockeyspiel sehr – es ist günstig, die Schüler mögen es und es ist eine gute Gelegenheit, auf friedliche Weise innerhalb kurzer Zeit viel Energie loszuwerden. Nach dieser intensiven sportlichen Tätigkeit sind die Schüler meistens viel „zahmer“!
Den zweitletzten Tag vor den Weihnachtsferien beginnen wir mit einem Rorate-Amt. Es ist übrigens das dritte in dieser Adventszeit. Einzelne Teile der Messe werden von allen Schülern gesungen, andere von der 3. Oberstufe, welche die Schola bildet.
Am Abend begehen wir wie immer unsere Advents- und Weihnachtsfeier. Eingerahmt von zwei gemeinsamen Liedern wechseln sich einzelne Instrumentalbeiträge mit Chorstücken und Gedichten ab. Besonderen Applaus erhält Nicolas für sein Wettbewerbsstück auf dem Althorn. Die Lehrer lassen den Abend mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen.
Der letzte Tag vor den Weihnachtsferien ist geprägt von allgemeiner Aufräum- und Putzstimmung – auch wenn gewisse Schüler nicht gerade „in Stimmung“ sind zum Putzen. Hauptsache, am Ende „stimmt“ alles!
Etwas ganz besonderes tut sich im Speisesaal. Gestern und heute ist hier eine Krippe entstanden. Sie geht voll und ganz auf die Initiative eines Schülers zurück, der die Krippe und die Landschaft mit (tatsächlich fliessendem) Bach selber gebastelt hat! Der Stall ist sogar eine Art Massanfertigung – passend zu dem Satz schöner Krippenfiguren, den die Schule noch „vorrätig“ gehabt hat. Alle, Schüler wie Erwachsene, sind von der schönen Krippe sehr angetan.
Schon am 4. Januar beginnen wir wieder mit dem Schulbetrieb. Vielleicht ist es der beruhigenden Wirkung des Weihnachtsfestes zuzuschreiben, dass die Schüler ruhig und fröhlich aus den Ferien zurückkommen... Jedenfalls sind die ersten Tage des neuen Jahrs im Internat sehr angenehm im Vergleich zur eigentlich recht turbulenten Adventszeit!
Am Dreikönigsfest – ein schulfreier Tag – fahren wir nach Oberriet, um das dortige Hochamt durch unseren Gesang zu verschönern. Pater Amselgruber hat mit dem Chor eine Messe eingeübt, die er auf der Orgel begleitet. Das Proprium wird von den beiden Priestern und der 3. Oberstufe gesungen. Die Gläubigen zeigen sich erfreut. Der liebe Gott hoffentlich auch!
Nach einem herrlichen Mittagessen im Institut verbringen wir einige Stunden in der grossen Turnhalle im Dorf. In sechs Mannschaften messen die Schüler ihre Kräfte im Fussball, Unihockey und Tischtennis. Beim Abendessen werden drei Könige gekürt und die Preise für das Turnier vergeben.
Am 7. Januar macht Pater Rektor mit der 3. Oberstufe eine Wanderung durch winterlichen Wald. Sie führt von Vermol, einem Weiler oberhalb von Mels, zum Chapfensee, um diesen herum und auf einem anderen Weg wieder zurück. Besondere Attraktionen hält das Winterwetter uns bereit: Der Chapfensee ist fest zugefroren – das lädt zu einem Spaziergang auf dem See ein. Und überall hat es lange Eiszapfen, die ein schönes Ziel für allerlei Geschosse darstellen. Eine Woche später ist die 3. Oberstufe mit Herrn Allenspach am gleichen Ort und – spielt Fussball! Das ist etwas besonderes und macht schon deshalb Freude. Auch die Rutschbahn auf dem Eis ist herrlich!
Während der ersten Wochen des neuen Schuljahres sind einige Schüler äusserst beschäftigt. Es läuft ein Wettbewerb mit den bekannten Bastelbögen: Die Schüler können so viele Bastelbögen gratis bestellen, wie sie wollten, einfach unter der Bedingung, dass Sie alle Bögen benutzten, mit ihnen ein Arrangement erstellen und Bilder davon einschicken. Nun geht es darum, auf dem Dachboden eine möglichst grossartige Landschaft zu erstellen, in die hinein die fertig gebastelten Gebäude und Fahrzeuge gestellt werden können. Es ist beeindruckend, wie motiviert die Teilnehmer sind und welchen Einsatz sie an den Tag legen! Die Ergebnisse können sich wahrlich sehen lassen! Alle sind schon gespannt, ob vielleicht eine Prämierung dabei herausschaut.
Am Mittwoch, dem 27. Januar, besucht uns ein ehemaliger Schüler. Er kommt in erster Linie, um die Ergebnisse des Bastelbogen-Wettbewerbs zu fotografieren und um dann die Präsentationen zu erstellen und einzusenden. Er teilt den Schülern einiges von seiner Erfahrung über das Leben „in der Welt“ mit. Er berichtet den jetzigen Oberstufenschülern, auf was sie sich gefasst machen können, wenn sie diese Schule verlassen haben, dass sie einerseits mit Anfeindungen rechnen müssen, wenn sie konsequent sind und sich nicht dem Weltgeist anpassen, dass sie sich aber andererseits gerade dadurch die Achtung der Mitmenschen erwerben und so auf sie einwirken können. Beim einen oder anderen Schüler hilft dieser Erfahrungsbericht, unsere Internatsschule in einem anderen, das heisst besseren Licht zu sehen.
Das Fest Mariä Lichtmess begehen wir mit einem gesungenen Amt. Am 3. Februar ist Schülermesse mit anschliessendem Blasiussegen. Am 4. Februar ist schon wieder Schülermesse: Wir beginnen wie immer den Skitag mit dem gemeinsamen Gottesdienst. Nach dem Frühstück geht es bei schönem Wetter auf die Pisten. Da es in den Tagen davor kräftig geschneit hat, sind die Pistenverhältnisse ausgezeichnet: griffiger und weicher Schnee. Die einzigen, die gerne älteren und somit härteren Schnee hätten, sind diejenigen Schüler, welche schlitteln. Nach und nach verwandelt sich nämlich die Schlittelbahn in eine so schlimme Wellenpiste, dass die meisten dieser Schüler schon anderthalb Stunden früher als geplant ins Internat zurückkehren.
Wie es die „Tradition“ der letzten Jahre erfordert, wird der Skitag mit einem nahrhaften Fondue (moitié-moitié) abgeschlossen. Der Käseverbrauch lässt darauf schliessen, dass die Schüler auf der Piste einiges an Energie losgeworden sind...
Am Donnerstag, dem 25. Februar gibt es wieder die Gelegenheit, in der Eishalle von Grüsch zwei Stunden lang Eishockey zu spielen. Das gleiche Angebot gibt es auch in den beiden folgenden Wochen, allerdings nicht immer für die gleichen Schüler. Diese Eishockeyspiele sind eine wunderbare Gelegenheit, Energie loszuwerden, von der die meisten unserer Schüler (zumindest ausserhalb der Schulzimmer) mehr als genug haben.
Das zweite Elternforum des laufenden Schuljahres geht am Freitag, dem 12. März, über die Bühne. Eingerahmt von zahlreichen Einzelgesprächen zwischen Eltern und Lehrern, findet der allgemeine Teil des Forums statt. Er verläuft in einer angenehmen Atmosphäre. Es ist für die an der Schule Tätigen wohltuend, zu sehen und zu spüren, wie die Eltern sich einig sind und hinter der Schule stehen. Es ist rührend, wie schon jetzt Hilfsangebote für den Umzug in das erhoffte neue Schul- und Internatsgebäude gemacht werden, obwohl ja dessen Kauf noch nicht unter Dach und Fach ist.
Am 22. März dürfen sechs Schüler mit Pater Amselgruber ein Beethoven-Konzert in der Tonhalle Zürich miterleben. Da sie im Musikunterricht gerade diesen Komponisten besprechen und noch eine spezielle Einführung für das Konzert erhalten haben, können sie die Musik viel intensiver erleben. Die beiden gebotenen Klavierkonzerte und die 2. Symphonie gefallen den Schülern sehr.
Am letzten Freitag im März (26.03.) dürfen die Schüler drei Stunden früher nach Hause fahren, weil sich Lehrer und Betreuer unsrer Schulen (des Immaculata Schulvereins) schon um 14 Uhr in Wil zur diesjährigen Lehrerfortbildung treffen, die bis Samstagnachmittag dauert. Pater Schreiber unterstreicht in einem seiner Vorträge die Wichtigkeit, im schulischen Bereich der Eigenart der Buben Rechnung zu tragen. Dazu gehört, dass sie im Primarschulalter einen Entwicklungsrückstand auf die Mädchen aufweisen und daher meistens „schlechter“ sind als diese, sowohl im Verhalten als auch in der Leistung. Gewisse Autoren fordern daher, die Buben ein Jahr später als die Mädchen einzuschulen. – Auch von diesem Aspekt her erweist sich eine Trennung der Geschlechter, wie sie im christlichen Schulwesen seit Jahrhunderten üblich war, als durchaus sinnvoll.
Die Lehrer freuen sich am Dienstag, dem 30. März, denn nach der Nachmittagspause beginnen für sie die Osterferien. Das Internatspersonal muss sich noch etwas gedulden, denn von Dienstagabend bis Donnerstagvormittag stehen die Einkehrtage der Schüler auf dem Programm: Pater Ludger Grün spricht in insgesamt neun kurzen Vorträgen über „Erlebnisse mit Gott“ – Geschichten aus der Heiligen Schrift, wie beispielsweise die Berufung der Propheten oder der Apostel. – Dass das Stillschweigen für einige Schüler eine (fast zu) schwere Prüfung ist, haben wir schon im Vorfeld gewusst. Dass aber die „Kleinsten“, die Primarschüler, sich am besten daran halten, ist eine positive Überraschung.
Gleichentags herrscht grosse Freude bei den Schülern. Die Teilnehmer des Bastelbogen-Wettbewerbs erhalten einen Brief (pro Gruppe), in dem das Ergebnis verkündet wird. Von unseren vier Schülergruppen erhalten drei einen ersten Preis (300 Fr.), was bedeutet, dass sie zu den besten 27 der 100 teilnehmenden Gruppen gehören. Die vierte Gruppe erhält einen zweiten Preis im Wert von 200 Franken. Das Kuriose daran ist, dass gerade diese vierte Gruppe diejenige ist, die mit Abstand das beste Kunstwerk auf die Beine gestellt hat. Im Begleitbrief schreibt die Jury, die Bewertung sei schwierig gewesen, schliesslich habe sich bei einigen Arbeiten deutlich die ordnende Hand der Lehrperson gezeigt. In unserem Fall haben sie sich offenbar getäuscht.
(Auf eine Anfrage unsererseits stellt sich einen Monat später heraus, dass die Jury zwei unserer Schülergruppen verwechselt hat!)
Am Gründonnerstag (1. April) fahren die Schüler mittags in die Ferien. Die beiden Priester weilen für die grossen Zeremonien bis Ostern im Priorat Oberriet.
Der Freitag, der 16. April 2010, geht als ein denkwürdiger Tag in die Geschichte unserer Schule ein. Nach jahrelanger erfolgloser Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Bau einer grösseren, um ein Gymnasium aufgestockten Schule und nun schon monatelangen Verhandlungen um das ehemalige Fatima-Institut in Wangs kann der Kaufvertrag unterschrieben werden! Gott sei Dank! So steht einem Umzug auf das kommende Schuljahr hin nichts mehr im Weg. Für uns bedeutet das zunächst einmal, dass wir keine Schüler nur aus Platzmangel ablehnen müssen. Dann haben wir endlich drei Dinge, die wir seit Jahren schmerzlich vermissen: eine eigene Turnhalle, einen grossen Fussballplatz und auch im Haus viel Platz! Wir freuen uns sehr darüber, auch die Eltern sind erleichtert.
Schon jetzt ist klar, dass mit dem Wechsel des Schulgebäudes auch personelle Veränderungen einhergehen werden: Pater David Köchli wird die Gesamtleitung der Schule übernehmen, Pater Georg Kopf die Leitung des Internats. Pater Leonhard Amselgruber und Bruder Thomas werden weiterhin an der Schule wirken, Pater Stefan Pfluger an einem anderen Ort.
Die Theaterproben für das Patronatsfest unserer Schule am 13. Mai haben schon im März begonnen. Nach den Osterferien werden sie intensiv weitergeführt: Täglich wird anderthalb bis zwei Stunden geprobt! Am Freitag, dem 7. Mai, fahren die Schauspieler nicht mit den anderen Schülern nach Hause, sondern üben weiter, ebenso am Samstagvormittag. Erst am Mittag können sie die Heimreise antreten. Drei Schüler ziehen es vor, im Institut zu bleiben. Am Nachmittag arbeiten Sie ausdauernd in der Bibliothek, am Sonntag besteigen sie nachmittags mit den beiden Patres den Gonzen und geniessen den herrlichen Tiefblick auf das Sarganserland und das Rheintal.
Endlich ist das langersehnte Schulfest da: Das Hochfest Christi Himmelfahrt zeigt sich leider von der regnerischen Seite. Das Wetter können wir eben nicht beeinflussen... Das aber, was beeinflusst werden kann, klappt heute gut, ja sehr gut. Zum Hochamt ist die Kapelle sehr gut gefüllt. Wenn nicht relativ viele Gäste erst zum Essen kommen würden, hätte es auch vor der Kapelle noch ein Gedränge gegeben. Die Schüler singen eine Messe, die von P. Amselgruber auf der Orgel begleitet wird. Zudem erklingen eine Trompete zum Einzug und eine Klarinette zur Opferung und tragen auf ihre Weise zur Feststimmung bei.







Lassen wir eine Besucherin berichten:
Dieses Jahr fiel das Patronatsfest auf das Fest Christi Himmelfahrt. Aus diesem Grund fanden viele Eltern, Geschwister und auch Gläubige den Weg nach Mels. Der Festakt begann mit dem feierlichen Hochamt, zelebriert von Pater Rektor, in der schön geschmückten Kapelle. Im Anschluss an die hl. Messe erneuerten alle Anwesenden während einer kurzen Sakramentsandacht die Weihe der Schule an das Unbefleckte Herz Mariä. Es ist ein wunderbarer Gedanke, sich ganz und gar ihrem Schutz und ihrer Fürsorge anzuvertrauen. Bedarf doch eine katholische Schule ganz besonders Schutz und Segen vom Himmel.
Die Gäste fanden sich dann alsbald im festlich gedeckten Speisesaal ein, um ein köstliches Mittagessen zu geniessen. Die Köchin wurde dem grossen Ansturm auf ihre Küche gerecht und liess ein fantastisches Essen servieren.
Mit vollem Magen und grosser Neugier begab sich die ganze Gästeschar in den Dachstock zum Nachmittagsprogramm.
Zuerst kamen sie in den Genuss der musikalischen Künste der Schüler. Einige trugen mit grosser Sorgfalt eingeübte Musikstücke vor. Es war schön zu sehen, wie sehr sich die Jungen bemühten, zu einem gelungenen Nachmittag beizutragen. Auch wurden, mit viel Charme und Humor, Gedichte vorgetragen. Unter der Leitung von P. Amselgruber kam, wie auch schon während der hl. Messe, der Schülerchor zum Einsatz.
Das Programm wurde durch zwei Schüler auf eine lustige und spannende Art und Weise aufgelockert. Das Jonglierspiel Diabolo faszinierte Gross und Klein. Mit unglaublichen Tricks zogen sie alle in Bann, sodass man zeitweise fast das Atmen vergass.
Der krönende Abschluss des Nachmittags war jedoch das Theater „Das Gespenst von Canterville“. Mit diesem Stück stellten die Schüler ihr Können und ihre grosse Fantasie unter Beweis. Sie scheuten keinen Aufwand, um passende Kulissen zu gestalten, die das Publikum ganz in das Schloss von Canterville versetzten. Die sprechende Ahnengalerie sah echt aus brachte so manch einen zum Lachen. Dem Gespenst gelang es nur mit Mühe, andere in Angst und Schrecken zu versetzen, weil es selber Angst vor Gespenstern hatte. Dieses lustige und unterhaltsame Theaterstück gelang nicht zuletzt wegen der guten und geduldigen Regie von Herrn Schäppi und der tollen Mitarbeit der Schüler.
Vergelt’s Gott vielmals für das schöne Fest in Mels.
Mit einem Augenzwinkern darf vermerkt werden, dass sich einige Darsteller nicht einmal so stark verstellen mussten...
Den Ausklang findet das Fest im Speiesesaal bei einem gemeinsamen Kaffe, zu dem von lieben Eltern zubereiteter Kuchen gereicht wird.
Pater Amselgruber hält am Sonntag, dem 16. Mai, und am folgenden Tag in Oensingen und Basel jeweils einen Vortrag über die Stanza della Signatura von Raffael.
Am Dienstagnachmittag (18. Mai) führen die Schüler für die Senioren des Priorates Oberriet und für andere Interessierte noch einmal das Theaterstück auf. Erneut sind die Zuschauer begeistert. Im Anschluss an die Aufführung werden die Gäste noch mit Kaffee und Kuchen gestärkt.
Über Pfingsten nehmen 14 unserer Schüler an der grossen Fusswallfahrt Chartres-Paris teil. Sie haben am Dienstag schulfrei, damit sie sich von den Anstrengungen erholen können. Entsprechend ist der Pfingstdienstag recht ruhig – mehr als ein Drittel der Schüler fehlt ja... Zudem ist endlich wieder einmal schönes Wetter! Nach drei Wochen mit viel Regen und Temperaturen, die meistens unter 10 Grad lagen, kommt man sich über Pfingsten fast wie im Paradies vor. Da es sehr ungewiss ist, wie lange das gute Wetter anhält, wird das Programm des Dienstagsnachmittags ein wenig angepasst: Alle Schüler machen eine Wanderung. Einige besteigen mit Pater Amselgruber den Mittlerspitz (1899 m) oberhalb von Balzers. Der grosse Rest der Schüler zieht eine kleine Wanderung vor und macht sich mit Herrn Schäppi in Richtung Garmil auf. Allerdings wird das Ziel nicht ganz erreicht.
Da die Schüler wegen des Schulfestes über Christi Himmelfahrt hier bleiben mussten, machen wir über Fronleichnam eine „Brücke“. So dürfen die Schüler schon am Mittwochnachmittag nach Hause fahren. Für einmal übernimmt daher nicht das Institut Sancta Maria den Gesang im Fronleichnams-Hochamt des Priorates Oberriet. Pater Amselgruber leitet die Schola und spielt Orgel, Pater Rektor wirkt als Diakon. Was die Prozession angeht, macht das Wetter leider erneut einen Strich durch die Rechnung.
Am Freitag, dem 4. Juni, können die Angestellten unserer Schule das zukünftige Schulgebäude in Augenschein nehmen. Es gibt einiges zu bestaunen, so beispielsweise die hervorragende, für ein Internat eigentlich luxuriöse Ausstattung der Schlafzimmer: Fast jedes Zimmer hat eine eigene Dusche und Toilette! Natürlich tauchen auch noch viele Fragen auf, vor allem hinsichtlich der optimalen Nutzung der bestehenden Räume.
Am ersten Junisonntag hält Pater Amselgruber für die hiesigen Gläubigen den Vortrag über die Stanza della Signatura des Raffael im Vatikan. Die Zuhörer sind alle erstaunt, welche Tiefe und welcher Reichtum in Konzeption und Durchführung dieser Raum aufweist, wie die verschiedensten Elemente dieses Raumes zum Gesamtkunstwerk beitragen. Welch ein gewaltiger Unterschied zu dem, was man heute als „Kunst“ bezeichnet!
Am Sonntag, dem 13. Juni, findet für die Angestellten unseres Instituts das vorgezogene gemeinsame Essen zum Ende des Schuljahres statt. Für mehrere Teilnehmer ist es gleichzeitig das Abschiedsessen, so für Pater Rektor, für Frau Berktold und für Herrn Allenspach.
An den folgenden beiden Tagen lockt der gemeinsame Ausflug des Schweizer Distrikts die beiden Priester und den Bruder weg, jedoch nicht weit – er findet in Wangs statt, im neuen Schulgebäude. Leider verhindert das schlechte Wetter die geplante Wanderung. An ihre Stelle tritt ein Ausflug nach Chur. Am Dienstag statten die Priester und Brüder dem Freulerpalast in Näfels einen Besuch ab.
Am Mittwoch, dem 16. Juni, unternimmt Pater Rektor einen Ausflug mit den sechs Schülern, die von den Schülern und Betreuern zu den Brävsten gewählt worden sind. Der Ausflug führt in das Konstanzer Münster, das Sea Life Center mit seinen vielen Aquarien und schliesslich der „Erlebniswelt Toggenburg“ mit der riesigen Modellbahnanlage (Spur 0, 1300 Meter Schienen, über 30 Züge!). Zum Abendessen gibt es bei Familie Graber Pizza.
In der zweitletzten Schulwoche darf die 3. Oberstufe mit Herrn Schäppi die Abschlussreise unternehmen. Sie führt von Mels mit dem Fahrrad nach Appenzell, (nach zwei Tagen im Alpstein) von dort nach Eschenbach und schliesslich wieder zurück zum Institut. Am Donnerstag, dem 24. Juni, machen auch die anderen Klassen ihre Schulreise: Frau Niederberger, Frau Berktold und Herr Allenspach begleiten die Primarschüler in den Zoo Zürich. Herr Niederberger wandert mit der 1. Oberstufe von Weesen über Quinten nach Walenstadt und Pater Rektor erklimmt mit der 2. Oberstufe von Filzbach aus den Nüenchamm. Abgeschlossen werden alle drei Schulreisen durch ein „Abendessen“ (am Feuer gebratene Würste) am Ufer des Walensees.




Die letzte Schulwoche ist geprägt von der Diskussion um die Noten und Zeugnisse, durch das allgemeine Aufräumen und Putzen und besonders durch das grosse Einpacken für den Umzug der Schule. Durch Frau Raphaela Pfluger hervorragend organisiert, läuft der Grossputz und das Einpacken nach Plan, ja für einige Schüler wird das Putzen fast zu einem Wettkampf, wer mehr und besser putzt!
Das letzte Abendessen des Schuljahres (am 1. Juli) nehmen wir bei einer schönen Hütte im Wald oberhalb von Wangs auf 1270 m Höhe ein. Einen Teil des Wegs dorthin müssen alle Schüler zu Fuss gehen. Einige Schüler wollen die ganze Strecke vom Institut (540 m ü. M.) aus zu Fuss zurücklegen. Der Schnellste benötigt dafür nur 42 Minuten! (Den Rückweg absolviert er auch zu Fuss – in 24 Minuten!) Zum Essen gibt es Brot, Würste vom Grill und gute Salate. Die Schüler geniessen sichtlich das Essen und die Unbeschwertheit: Ferienstimmung kommt auf!
Der 2. Juli 2010 geht als letzter Schultag unserer Schule in Mels in die Annalen ein. Am Vormittag wird ein Hochamt gefeiert zur Danksagung für all die unermesslichen Gnaden, mit denen der liebe Gott uns beschenkt hat. Eine kurze Sakramentsandacht mit der kirchlichen Schulentlassungsfeier schliesst sich an. Mit der Übergabe der Zeugnisse bei der Schlussfeier werden die Abschlussschüler ins „Leben“ entlassen. Für einige bedeutet dies eine weiterführende Schule, für die meisten eine Berufsausbildung. Anlässlich dieser Schlussfeier werden auch Frau Karin Berktold, Herr Simon Allenspach und Pater Stefan Pfluger verabschiedet. Letzterer war seit dem Beginn der Bubenschule im Jahr 2003 in Mels tätig und hat in dieser Zeit über 120 Schüler erlebt!
Nach dem Mittagessen folgt der Endspurt beim Putzen. Etwas nach 15 Uhr finden sich die Schüler zum letzten Mal in der Kapelle ein für das Reisegebet und den Schlusssegen. Nicht wenige Eltern und Schüler nehmen das Angebot an und besichtigen das neue Schulgebäude in Wangs. Von 16:30 bis 20 Uhr (!) beraten sich Pater Köchli und die Internatsmitarbeiter noch über die Raumnutzung und die anstehenden Arbeiten.
Dann endlich ist die Zeit, zur Ruhe zu kommen und zu realisieren, dass wieder ein Schuljahr zu Ende gegangen ist und mit ihm ein ganzer Zeitabschnitt: Seit 15 Jahren war unsere Schule in Mels stationiert (zuerst als Mädchenschule), nun heisst es Abschied nehmen, doch die Reise geht nicht weit...

