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Priesterbruderschaft St. Pius X.

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Patron

Der hl. Karl Borromäus

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Der hl. Karl Borromäus wurde als Patron für dieses Priorat gewählt wegen seiner herausragenden Bedeutung als Reformer der Kirche auch in unseren Gegenden. Gerade in einer Zeit der Kirchenkrise, wie wir sie seit mehreren Jahrzehnten erleben, ist er ein geeignetes Vorbild für die Treue im Glauben und für ein tadelloses sittliches Leben. Er hat sich in selbstloser Weise für die Kirche und für das Heil der Seelen verzehrt.

Zeitlicher und hauptsächlicher räumlicher Schauplatz seines Lebens war das Italien des 16. Jahrhunderts (1538-1584). Bereits mit 12 Jahren wurde der junge Graf durch die kirchliche Tonsur Kleriker. Mit 14 begann er das Studium beider Rechte, und 1560 berief ihn sein Onkel, der als Pius IV. den päpstlichen Thron bestiegen hatte, nach Rom. Als einfacher Kleriker wurde er noch im selben Jahr mit dem Kardinalspurpur bekleidet und mit dem hohen Amt des Staatssekretärs betraut. Zudem ernannte ihn Pius IV. zum Erzbischof von Mailand mit Sitz in Rom und zum päpstlichen Legaten in einem umfassenden Gebiet des nördlichen Italiens.

Priesterweihe

Trotz dieser hohen kirchlichen Ämter drängten ihn seine Verwandten nach dem Tod seines älteren kinderlosen Bruders zur Heirat. Darauf antwortete Karl unmissverständlich und unwiderruflich durch den Empfang der hl. Priesterweihe. Von da an pflegte er eine strenge, aszetische Lebensführung. Noch im selben Jahr 1563 liess er sich zum Bischof weihen und nahm ab 1565 ständigen Wohnsitz in Mailand, um die Leitung seines Bistums energisch in die Hand zu nehmen.

Seinem nachdrücklichen Intervenieren ist es zu verdanken, dass das unterbrochene Konzil von Trient 1563 wieder aufgenommen wurde. Dessen Reformbeschlüsse führte er in seiner Diözese konsequent durch, was ihm im verweltlichten Klerus auch Feindschaft eintrug – bis hin zu einem Attentat auf sein Leben, das wunderbarer Weise fehlschlug.

Auch in der ganzen Mailand unterstellten Kirchenprovinz mit 15 Suffraganbistümern trieb der hl. Karl die Kirchenreform voran, unterstützt von den Jesuiten und von den vom ihm gestifteten Oblaten, die sich Ambrosianer nannten. Darüber hinaus war er massgeblich an der Abfassung des „Catechismus Romanus“ beteiligt, der sich in erster Linie an die Pfarrer richtete.

Von den zahlreichen Gründungen, die unser Heiliger vornahm, sollen hier lediglich die Knaben- und Priesterseminare erwähnt werden. Unter diesen war für die Schweizer Jugend das Helvetische Kolleg in Mailand von Bedeutung. Aus ihm ging ein gesunder Klerus hervor, der in der Schweiz segensreich wirkte. Das Kolleg bestand während 200 Jahren, bis es der Revolution zum Opfer fiel.

Halbschwester in Hohenems

Auf seinen Visitationsreisen, die er zu einem beträchtlichen Teil zu Fuss bewältigte, kam der hl. Karl Borromäus auch in die Gegenden nördlich der Alpen (Einsiedeln, Innerschweiz, St. Gallen). In Hohenems besuchte er wiederholt seine Halbschwester, die Gräfin von Hohenems geworden war.

Anspruchsvoll in der Disziplin, gab der Heilige selber ein leuchtendes Beispiel tugendhafter Lebensführung: Nicht nur durch den Eifer in der Erfüllung seiner bischöflichen Pflichten und durch eine intensive Glaubensunterweisung in häufigen Predigten sowie einer Flut von Schriften und Briefen, sondern auch durch die persönliche Entsagung. Für die Armen gab er alles her, sogar sein eigenes Bett. Während der Pestepidemie in Mailand pflegte er eigenhändig die Kranken.

Aufgerieben durch übermässige Anstrengungen, erlag er rasch einem Fieberanfall, erst 46 Jahre alt.

Bereits 26 Jahre nach seinem Tod wurde Karl Borromäus heiliggesprochen. 1910 veröffentlichte der hl. Pius X. aus Anlass der 300-Jahrfeier der Kanonisation die so genannte Borromäusenzyklika. In diesem Rundschreiben stellt der Papst den Heiligen als Vorbild des treuen Hirten und unermüdlichen Vorkämpfers der wahren Reform dar.

Sein Fest feiert die Kirche am 4. November.
 

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