Geschichte und Portrait
Geschichte und Portrait
Was 1978 begann, ist heute zu einem aktiven Priorat inkl. Schule angewachsen...
Die Anfänge unseres Priorats gehen auf das Philosophische Institut zurück, das während weniger Jahre im appenzellischen Weissbad angesiedelt war. 1978 zog das deutschsprachige Priesterseminar von dort weg nach Zaitzkofen südlich von Regensburg. Die angemieteten Gebäude in Weissbad mussten auch von der Seelsorgestation verlassen werden. Ein geeignetes, leerstehendes Gebäude zur Errichtung eines Priorats wurde mitten in Oberriet gefunden: Eine ehemalige Gummifabrik stand zum Verkauf. In kurzer Zeit wurde das grosse Gebäude aus dem Ende des 19. Jahrhunderts ausgeräumt, umgebaut und für seine neue Bestimmung eingerichtet.

Kernstück war die Kapelle im Hochparterre, die im Volksmund mit Blick auf die vormalige Funktion der Baute einfach die „Gummikirche“ war. Am 21. Oktober 1979 zelebrierte der Gründer und erste langjährige Prior H.H. Pater Dr. Alois Kocher (+ 1996) zum ersten Mal am neuen Standort die hl. Messe. Die feierliche Einweihung der Kapelle nahm der Gründer und erste Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., S. Exz. Erzbischof Marcel Lefebvre, am Dreikönigsfest, dem 6. Januar 1980, vor.
Einzugsgebiet
Auch wenn die neue geistliche Präsenz im Dorf mit einiger Skepsis und zuweilen unfreundlicher Ablehnung zur Kenntnis genommen wurde, strömten sehr schnell zahlreiche Kirchgänger aus allen Richtungen herbei. Die von Pater Kocher eingerichteten Fatima-Sühneanbetungen an jedem 13. des Monats zogen die von den modernen Neuerungen in der Kirche verschreckten Katholiken in solchen Scharen an, dass die niedrige aber geräumige Kapelle aus allen Nähten platzte.

Das Einzugsgebiet erstreckte sich zu jener Zeit von Süddeutschland bis in die Bergtäler des Kantons Graubünden, umfasste den Raum Ostschweiz und das benachbarte Gebiet des Vorarlbergs. Nach und nach kamen weitere Niederlassungen der Priesterbruderschaft (Überlingen, Wil, St. Gallen, Uznach, Mels) hinzu, so dass sich das Einzugsgebiet reduzierte. Weiterhin ist Oberriet eines der zahlenmässig bedeutendsten Priorate unserer Bruderschaft im deutschsprachigen Raum geblieben.
Seit der Gründung wirkten im Priorat jeweils zwei, zuweilen auch drei Priester. Bei den Vikaren gab es öfters Wechsel, was bei einer schnell wachsenden Kongregation natürlich ist. Die Priore blieben meist über längere Zeit. In den ersten Jahren beherbergte das Haus einige junge Männer, die hier im Fernstudium die Schweizer Matura erwarben, um danach ins Priesterseminar einzutreten. Auch eine kleine Schwesterngemeinschaft half während der 80er Jahre im Haushalt und in der Seelsorge mit. Bis 2008 besorgte ein Ordensbruder die Hausmeisterarbeiten, seit dem Wegzug der Schwestern auch die Küche.
Priester
Nach den Patres Alois Kocher, Georg Pfluger, Martin Fuchs und David Köchli amtet als 5. Prior seit Sommer 2006 Pater Lukas Weber (Priester seit 1985), ein St. Galler. Ihm zur Seite steht Pater Markus Kretz aus dem Kanton Zug (Weihejahrgang 2008). Den Haushalt besorgen Personen, die sich als ständige oder vorübergehende Familiare dem Priorat angeschlossen haben. Auch für die umfangreichen Verwaltungs- und Sekretariatsarbeiten, den Sakristanendienst und das Reinhalten der grossen Liegenschaft stehen angestellte und freiwillige Laienkräfte zur Verfügung.
Über die drei Jahrzehnte seit Bestehen des Priorats haben hier zahlreiche Seelen die sakramentalen Gnaden der Taufe, der Firmung und der Eheschliessung empfangen. Die Beichten, die hier abgelegt wurden, dürften gegen 100'000 gehen, und heilige Kommunionen wurden wohl zwischen einer und zwei Millionen gespendet. Entsprechend liegt auch die Zahl der Weggezogenen und der in die Ewigkeit abberufenen Gläubigen im dreistelligen Bereich.

