Geschichte und Portrait
Geschichte und Portrait
Was 1976 in einem kleinen Raum als Kapelle begann ist bis heute zu einem aktiven Priorat mit rund 250-300 Gläubigen angewachsen.
Die ersten, „wilden“ Jahre – „Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe“ (1 Kor 11,23)
Im Jahre 1968 schrieb der bekannte Kirchenhistoriker Hubert Jedin: „Die katholische Kirche macht im Augenblick eine schwere Krise durch“. Das fiel natürlich auch vielen Gläubigen auf, die sich in verschiedenen Kreisen formierten. So wurde am 15. Februar 1976 Mgr. Marcel Lefebvre von der SAKA zu einem Vortrag im Hotel Rialto in Basel eingeladen, der auch von Priestern besucht wird, die in Basel weiterhin die tridentinische Messe zelebrieren. Nachdem sich die Leitung der SAKA aber mit der Zeit klar vom Papst als gültigen Amtsträger der katholischen Kirche distanzierte, war eine klare Trennung für Mgr. Lefebvre von dieser Bewegung unausweichlich.
Bereits seit Fronleichnam 1976 gab es eine Kapelle bei Herrn Otto Wicki am Hirzbodenweg und anschliessend ab Ende des Jahres eine in der Färberstrasse 17, bei Herr Albert Langenegger, später langjähriger Sakristan im Schliengerweg. 1980 wird das Gebäude einer Buchbinderei am Schliengerweg 33 gekauft, in dem am 3. Oktober Pfarrer Lederer das erste Mal die heilige Messe liest.
Die Kapelle St. Theresia im Schliengerweg 33 wurde am 30. Oktober 1982 von Mgr. Marcel Lefebvre eingeweiht; sie wurde in den ersten Jahren von Rickenbach aus seelsorglich betreut, besonders von den Patres Denis Roch, Patrice Laroche und Bernard Fellay.
Das Priorat St. Theresia vom Kinde Jesu in Basel wurde am Sonntag, den 8. September 1985, eröffnet. Der inzwischen verstorbene P. Denis Roch hielt als Distriktsoberer der Schweiz die Festpredigt. Besonderer Dank galt Pfarrer Lederer aus Säckingen in Deutschland, der die letzten Jahre jeden Sonntag eine hl. Messe im tridentinischen Ritus in Basel feierte. Auch dem anwesenden Kaplan Jeker, der sich um die Seelsorge im Basler Raum bemüht hatte, wurde entsprechend gedankt.
Als Priester waren in den ersten Jahren P. Niklaus Pfluger als Prior – jetzt erster Assistent der Priesterbruderschaft St. Pius X. – und P. Lukas Weber, der Oensingen und Luzern betreute, tätig. Bald wird auch Delémont von den Priestern in Basel besucht werden. In dieser ersten Zeit wird das Haus im Schliengerweg 17 renoviert und als Priesterhaus hergerichtet und natürlich bekommt die Kapelle im Schliengerweg 33 einen zunehmend würdigen Rahmen für die Feier der hl. Liturgie. Der Kirchenchor probt bereits regelmäßig und eine Jugendgruppe der KJB hat wachsenden Zulauf, es werden Drittordenstreffen, Gemeindenachmittage und Elternabende veranstaltet.
Bereits 1986 wird P. Lukas Weber, der nach Freiburg kommt um das Amt des Distriktökonomen zu übernehmen, abgelöst. P. Pfluger erhält auch in Zukunft fast jedes Jahr einen anderen Mitbruder. Ein Höhepunkt des Prioratslebens sind die Firmungen durch Mgr. Lefebvre am 10. Oktober 1986; anlässlich dieser Zeremonie wird 42 Firmlingen das Sakrament gespendet. Nachdem Luzern sehr schnell ein eigenes Priorat geworden ist, betreut ab Sommer 1987 nun P. Pierre-Marie Maret, nicht nur Delémont, sondern auch Mulhouse. Im Januar 1989 löst P. Niklaus Pfluger den inzwischen zum Weihbischof konsekrierten Mgr. Bernard Fellay als Distriktoberen der Schweiz ab, bleibt aber noch bis zum Sommer in Basel als Prior weiter tätig und wohnhaft. Er wird schließlich in Basel von seinem jüngeren Bruder P. Markus Pfluger abgelöst.
Rasante Entwicklungen von 1990 bis 2000 – „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt sich um euch.“ (1 Petr 5,7)
Am 13. Oktober 1990 konsekriert Mgr. Bernanrd Tissier de Mallerais die neugebaute Heilig-Geist Kirche in Delémont; es ist die erste Kirche der Priesterbruderschaft in der Schweiz.
Bald darauf, am 23. Oktober stirbt Pfr. Lederer (Nachruf H. H. Pfarrer Lederer).
Schon zwei Wochen später, nämlich am Sonntag, den 28. Oktober, segnet Mgr. Bernard Fellay – nun seit 1994 Generaloberer der Priesterbruderschaft – die Kapelle Marie Reine in Mulhouse und konsekriert den Altar. Wieder hat P. Maret alles, inzwischen mit den Erfahrungen von Delémont, vorbereitet.
Nach dem herben Verlust von Pfr. Lederer, stirbt am 7. Dezember 1990 – erst 46-jährig – der, wegen seiner anschaulichen Predigten von der Gemeinde besonders geliebte, Kaplan Dr. Felix Jeker (Nachruf H. H. Kaplan Dr. Felix Jeker).
Natürlich hat in diesen Jahren regelmäßig auch der Generaloberer, damals P. Franz Schmidberger, seine Besuche abgestattet und war sich selbst für Vertretungen, z. B. eines erkrankten Mitbruders, nicht zu schade. Auch der „Jungbrunnen der Kirche“ die Berufungen zum Ordensleben oder Priestertum versiegen in diesen Jahren keineswegs.
Im Juni 1992 findet, seit den 70er Jahren erstmals wieder in Basel, die Fronleichnamsprozession statt. Die Route ist zwar kurz, man zieht durch den benachbarten Horburgpark, aber um so schöner. In diesem und dem darauffolgenden Jahr finden auch größere Umbauarbeiten in der Kapelle statt, die im Wesentlichen von Christof Häfliger gestaltet wurden. Er hat auch die Fensterglasbilder des Altarraumes entworfen und angefertigt, die sich in ihrer künstlerischen Gestaltung offensichtlich von den anderen abheben. 1993 löst P. Roger Guégen als neuer Mitbruder P. Pierre-Marie Maret ab und ist weiter für Delémont zuständig. Die Zahl der Gläubigen, welche am Sonntag die heiligen Messen besuchen steigt bis 1995, dem zehnjährigen Bestehen des Priorates, auf 300 Personen an(Festpredigt von Mgr. Fellay)
Am Sonntag, dem 23. November 1997 wird die neu errichtete Herz-Jesu-Kirche in Oensingen vom Generaloberen Mgr. Bernard Fellay konsekriert. Die Festpredigt zur Primiz von P. Schreiber im Juli 1998 ist die letzte große Feierlichkeit von P. Markus Pfluger, der neun Jahre als Prior in Basel war; er ist seit dem im Priesterseminar Herz-Jesu in Zaitzkofen tätig. Sein Nachfolger wird ein Deutscher, nämlich P. Josef Persie, der ab Dezember auch noch für die Jugendbewegung KJB in der deutschsprachigen Schweiz verantwortlich ist. Neben der regen Tätigkeit für die Jugend und die Kinder beginnt er auch mit der jährlichen Wallfahrt des Priorates nach Meltingen.
Katholische Konsolidierung statt Spassgesellschaft, ab dem Jahr 2000 – „Sucht zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden.“ (Mt 6,33)
2001 kommt P. Mike Seifritz für P. Roger Guéguen. Er betreut künftig die Kapelle in Zürich und unterstützt P. Persie in Basel bei seinen zahlreichen Tätigkeiten. Auch wenn zahlenmässig die Teilnahme an den Gottesdiensten vor Ort etwas zurückging, breitet sich die Tradition insgesamt weiter aus, z. B. durch Neugründungen in der Umgebung, wie die Kirche in Oensingen, eine Kapelle in Freiburg im Breisgau oder die Prioratsgründung mit weiteren Aussenstellen in Mulhouse. Vor allem aber „verjüngen“ sich die Gemeinden. Wir haben viele Kinder und Jugendliche, welche auch zu einem guten Teil Schulen der Tradition besuchen. Im Sommer 2005 löst P. François Knittel, ein Elsässer, P. Josef Persie als Prior ab, der schon ein Jahr später, nach zwölf harten Jahren in Mexiko und dem Intermezzo in der Schweiz, in seine Heimat Frankreich zurückkehren kann. Er wird von P. Michael Weigl abgelöst. Seit dem Sommer 2009 hat dieser P. Otto Huwiler als Mitbruder, der weiterhin von Basel aus die Christ-Königs-Kapelle in Zürich betreut.
Berufungen aus dem Priorat Basel
• Primizmesse von P. Gerard Mura am 10. Juli 1982 in der Mustermesse Basel.
• Am 3. Juli 1983 feierte P. Stephan Frey seine Heimatprimiz in der kleinen Sporthalle St. Jakob.
• 1987 tritt Fräulein Johanna Heggenberger bei den Dominikanerinnen in Fanjeaux ein.
• Fräulein Jacqueline Weiss tritt im August 1990 in den Karmel Bas-en-Basset ein.
• Primiz von P. Markus Heggenberger am 6. Juli 1991 in der Sporthalle bei Herlen.
• Am 8. Juli 1995 feiert P. Hubert Vogt seine Primizmesse in der Mustermesse Basel.
• Erste feierliche Messe, also Primiz, von P. Marcus Jasny im Stadtcasino Basel am 6. Juli 1996
• Am 11. Juli 1998 feiert P. Pascal Schreiber ebenfalls im Stadtcasino Basel seine Primizmesse.
• P. Daniel Fringeli feiert seine Heimatprimiz am 23. Juli 2005 im Gemeindesaal „Grien“ in Breitenbach.
Fotos zur Prioratsgeschichte
Fotos zur Prioratsgeschichte finden Sie in unserer Bildergalerie.

