Tschenstochau-Report
Tschenstochau-Report
Jedes Jahr an Mariä Himmelfahrt, ziehen über 200 000 Pilger zur schwarzen Madonna mit den zwei Narben im Gesicht in Tschenstochau, Polen. Deren Teilnehmer sind bis zu 600km und 20 Tage unterwegs.

Tschenstochau 2009
Jedes Jahr an Mariä Himmelfahrt, ziehen über 200 000 Pilger zur schwarzen
Madonna mit den zwei Narben im Gesicht in Tschenstochau, Polen. Deren Teilnehmer sind bis zu 600km und 20 Tage unterwegs.
Auch die Pilgergruppe St. Pius X. zur Mutter der Gnade. Es waren etwa 130 Teilnehmer, darunter wir 8 Eidgenossen.
Am Sonntag, 2.August flogen wir nach Warschau und wurden
am Flughafen abgeholt. Da die Wallfahrt erst am Dienstag vom Priorat in Warschau aus startete, nutzten wir die Gelegenheit um nach Niepokalanow zu reisen, wo Pater Maximilian Kolbe gewirkt hat, der Gründer der Militia Imaculata (M.I.). Der Tag hat schon interessant begonnen, denn unser Zug hatte Verspätung. Irgendwie mit Händen und Füssen konnten wir uns verständigen, die Fahrkarte lösen und nach dem richtigen Perron fragen... In Niepokalanow selber konnten wir ein kleines Museum Besichtigen und auch die Kapelle, die im Originalzustand erhalten ist.
Am Dienstag nach dem Hochamt und anschliessendem Frühstück aus der fahrbaren Küche, die uns von da an elf
Tage ernährte, bekam jeder Pilger den Reisesegen und dann marschierten wir los. Von Anfang an herrschte ein guter Geist in unserer Gruppe und dieser wurde durch H.H.P. Stehlin gefördert und durch geistliche Vorträge und Predigten gestärkt. Die Themen waren vor allem über die Muttergottes und ihr Wirken in den letzten Zeiten.
Abends wurden wir meistens von Dorfbewohnern aufgenommen für die Übernachtung, sonst war entweder Zelten oder Schlaf im Stroh angesagt. Oft erlebten wir freundliche Gastgeber die sich freuten, uns aufnehmen zu dürfen und trotz ihrer Armut sehr grosszügig waren. Wir verwöhnten Schweizer staunten dann und wann über bescheidene Bauerndörfer und am Morgen wurden wir nicht selten von einem Hähneschrei- Konzert geweckt.
Jeden Morgen durften wir das Amt besuchen, welches meistens vor einem geschmückten Wegkreuz zelebriert wurde. Solche reichlich mit Blumen und Bändern geschmückte
Wegkreuze kann man immer noch viele sehen in Polen. Und wenn wir an den Dörfern vorbeizogen, kamen die Bewohner herbeigeeilt und winkten uns zu. Vor allem in den ersten Tagen kamen wir an Buffets vorbei, wo für uns mächtig aufgetischt wurde.
Wenn wir an einer Kirche vorbeikamen, wurde natürlich ein kleiner Besuch gemacht. Es gab fast keine Kirche, wo nicht ein Bild oder eine Statue vom letzten Papst einen Ehrenplatz bekommen hat...
Verregnet wurden wir zum Glück nicht oft. Es gab 2 Regentage, einmal regnete es während der ganzen Messe bis in den Vormittag hinein - da gab‘s fast keine trockenen Füsse mehr.
Ja, eine Wallfahrt erinnert uns schliesslich an unseren Pilgerlauf auf Erden, jeder Tag bringt uns seine Freuden sowie auch Öpferchen und Wehwehchen und jeder Tag bringt uns
dem Ziel ein Stück näher.
Und unsere Freude war gross, als wir uns am Freitagmorgen, dem 14. August, nach elf Tagen und ca. 290 zurückgelegten Kilometern unserem ersehnten Ziel, dem Jasna Gora (Heller Berg) näherten. Da an diesem Tag fast ohne Unterbruch Pilgergruppen einziehen, kann jede einzelne nur eine kurze Zeit vor dem Gnadenbild weilen. Jeder trug schnell seine Anliegen vor und dann wurde man auch schon wieder weggewiesen, um der nächsten Gruppe Platz zu machen. Den ganzen Tag hindurch hat man dann wenige Chancen, um durch die Menschenmasse zu kommen und deshalb gingen viele in der Nacht noch einmal zurück, um der Muttergottes einen „richtigen“ Besuch zu machen.
In der Klosterkirche bot sich kein erfreuliches Bild der Andacht; denn viele haben ihre Schlafplätze am Boden, in den Bänken oder in den Beichtstühlen eingerichtet...
Wir hielten unsere Feierlichen Messen in einer Turnhalle einige hundert Meter entfernt. Am Freitagabend nach der Messe wurden einige Neumitglieder in die M.I. aufgenommen darunter auch jemand aus der Schweiz.
Im Geiste gestärkt und dankbar für die vielen erhaltenen Gnaden während der Wallfahrt ging unsere Pilgergruppe am

Samstag nach dem feierlichen levitierten Hochamt
auseinander, viele schon in der Vorfreude auf nächstes Jahr.
Autor: Raphaela Marty
