Entlang der Donau
Entlang der Donau
Die KJB-Basel machte im Sommer 2009 eine einwöchige Tour von Passau nach Wien. Der Bericht spricht von Abenteuer und Erlebnissen...

Dreiländereck On Tour
Mit dem Auto von Basel nach Passau
Mit dem Rad von Passau nach Wien
vom 19. - 26. Juli
Sonntag. 19. Juli 2009. Endlich ist sie da! Die langerwartete und heissersehnte Donautour! Mit zwei Kleinbussen und einem blauen Kastenwagen, der unsere Fahrräder transportierte, ging die -noch bequeme und gemütliche- Fahrt los. 15 Jugendliche aus dem Priorat Basel und unsere geistliche Betreuung Pater M. Weigl freuten sich auf eine einwöchige Fahrradtour, die uns der Donau entlang von Passau nach Wien führen sollte. Als unsere alters- und sprachengemischte Gruppe (bestehend aus 7 ½ Schweizern, 5 Franzosen, 2 Deutschen (1+½+½), einem Österreicher und ½ Asiaten) gut gelaunt bei Frau und Herr Dr. Bentz in Schärding bei Passau ankam, besichtigten wir nach einem lecker zubereiteten Abendessen eine von Wien stammende Mariensäule und beendeten den Tag mit einem Aufstieg zur Neuburg, welche am deutschen Ufer der Donau emporragt. Unsere Unterkunft befand sich jedoch schon auf österreichischer Seite.
Zum Glück war diese so komfortabel (die Mädchen hatten sogar alle Betten!), denn unsere erste Etappe sollte ziemlich anstrengend werden. Zunächst fuhren wir mit unseren Fahrrä-dern in die Stadt Passau und besichtigten den dortigen Dom, der die grösste Domorgel der Welt beherbergt. Dann begann eine hügelige Fahrt nach Vichtenstein, das 613 m.ü.M. liegt, Passau hingegen 290 m.ü.M.. Dort oben hatten wir eine fantastische Aussicht über das Do-nautal, während wir das Mittagessen einnahmen. Nach einer Führung durch die Dorfkirche ging die Fahrt weiter über St. Roman zu einem Dr. Bentz gehörenden Waldstück, in welchem über tausend verschiedene Baumsorten zu bestaunen waren, u.a. verschiedenartige Rhododendrensträucher, Fichten- und Tannensorten. Die letzten 4 km führten uns nach Stadl, unserem ersten Etappenziel, wo wir nach einer mit Liedern geschmückten Abendrunde unsere Schlafplätze wieder auf komfortablen Matratzen einnehmen durften. Wie erwartet schliefen wir alle tief und fest, bis uns unsere Wecker aus
dem Schlaf klingelten.
Noch etwas müde, aber voller Vorfreude auf den zweiten Tag der Tour durften wir der Hl. Messe in der Dorfkirche von Stadl beiwohnen. Pater Weigl gab uns schöne und zum Nach-denken anregende Worte mit auf die heutige Fahrt. Zum Wach- und Warmwerden gingen die ersten Kilometer bis zur Donau nur bergab. Nach dieser tollen Morgenerfrischung rollten unsere Zweiräder die nächsten 40 km durch kleine Wäldchen und Dörfer, bis es bei einem gemütlichen Gasthaus Fleischbrote mit Meerrettich, Apfel- und Holundersäfte für unsere durstigen Sportler gab. Aufgetankt und mit neuer Kraft traten wir die restlichen 30 km an, die durch einen Halt in Wilhering, 13 km vor unserem Ziel, unterbrochen wurden. Dort er-warteten uns Herr und Frau Höller, die uns zu einem Zisterzienserkloster führten, durch des-sen Kirche wir eine interessante Führung vom Abt selbst bekamen. Auf der kleineren der beiden Orgeln durfte Selina, unsere Organistin, einige Lieder spielen und wir lauschten der enormen Akustik, die das gewaltige Gebäude preisgab. Umso interessanter waren die Klän-ge, da dies Anton Bruckners Lieblingsorgel war.
In Linz, unserem Übernachtungsort, schliefen wir in der noch nicht ganz fertig gestellten Kapelle. Zuvor aber schlenderten wir durch die Altstadtgässlein und stillten unseren Appetit mit einigen süssen Gelati-Kugeln. Der Mittwoch begann schon um 5:50 Uhr mit der freiwilli-gen Hl. Messe. An diesem Tag fuhren wir in drei Gruppen. Die Herren der Schöpfung mit Pater Weigl, die Mädchen wurden in zwei Gruppen zu jeweils 5 Personen aufgeteilt. Um die vor uns liegenden 110 km noch spannender zu gestalten, hatten wir ein Quiz mit intellektuellen und kreativen Aufgaben zu erledigen. Dieses nahm ziemlich
viel Zeit in Anspruch, dafür sorgte es für die entspannenden Lachkrämpfe den Tag hindurch . Da die 110 km Leistungssport für unsere Muskeln waren (zum Vergleich: fast eine ganze Chartres-Wallfahrt!!!) , kamen wir erst zwischen 19:00 und 21:00 Uhr in St. Leonhard an, wo wir in einem Pfarrhaus übernachten durften. Die dazu gehörende Pfarrkirche besitzt eine Seitenkapelle, die dem Haus von Loreto nachgebaut ist und sogar einen Stein des Originalhauses in ihren Gemäuern eingemauert hat. Dort durften wir am folgenden Morgen die Hl. Messe feiern, bevor wir uns wieder auf unsere Sättel schwangen und die kommenden 56 km bewältigten. Diese unterbrachen wir durch eine Besichtigung des grandiosen Stiftes Melk. Nachdem wir unterwegs eine Sportlerin verloren hatten (wir wissen immer noch nicht, wie uns das passieren konnte), kamen wir vollzählig in Krems an, das ca. 80 km von Wien entfernt ist. Wir kehrten bei Familie Ellinger ein, die eine Fleischerei besitzt und in deren Wirtsstube wir einen lustigen
Abend mit delikatem Fleischkäse aus eigener Produktion verbrachten.
Und dann kam am Folgetag der Höhepunkt unserer Radtour und die Belohnung für unsere bisherigen Anstrengungen: Wien! Nachdem wir uns auf unseren Rädern müde gestrampelt und heiser gesungen hatten, durften wir nach der Besichtigung von Klosterneuburg die Hauptstadt Österreichs kennenlernen. Unser kleiner Einblick am Freitag wurde durch eine Stadtbesichtigung am Samstag ergänzt. Sie begann mit der Karlskirche, durch die wir eine kostenlose und sehr interessante Führung bekamen, führte uns zur Hofburg und der Schatz-kammer, in der wir all den Prunk aus der Kaiserzeit bestaunen durften, und endete mit dem Besuch im Stephansdom, dem ein kleiner Stadtbummel angeschlossen wurde. Danach pack-ten wir im Wiener Priorat wieder unsere Koffer und fuhren zur Familie Jeindl nach Krum-bach, die uns spontan zu einem Grillabend eingeladen hat. Es waren einige lange, aber gemütliche Stunden, die wohl zu den schönsten der ganzen Tour zählen und die wir am grossen Lagerfeuer ausklingen liessen. Für die Jungs endete der Abend mit dem Schlafen im Heu :-).
Der Sonntag begann mit dem Hl. Amt bei Jeindls auf dem Hof, bevor wir nach Schönbrunn fuhren und zum Abschluss unserer Radtour das gigantische Schloss besichtigten. Und dann ging’s wieder heim, mit gemischten Gefühlen. Zum Einen waren alle froh, den Muskelkater wieder auskurieren zu können, zum Anderen stellten wir mit Bedauern fest, dass wir nun ein ganzes Jahr auf die nächste Fahrradtour warten müssen…genug Zeit zum Trainieren! Und dann heisst es:
IRLAND, WIR KOMMEN!!!
