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Reise nach Turin

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Die Wiler KJB in Turin

Fast pünktlich um 6.30 Uhr machten wir uns am Freitag, dem 14. Mai 2010 noch etwas verschlafen auf den Weg nach Turin. Im geborgten Toyota war genau Platz für uns acht reiselustige KJB'ler, unsere Picknicks und alles was man gerade für eine Übernachtung braucht.

Da das Wetter nicht gerade vielversprechend aussah, waren wir natürlich auch mit Regenschirmen ausgerüstet und wer keinen hatte, erfeilschte sich später in Turin bei einem Strassenhändler ein Exemplar für alle Fälle.

Die etwa vierstündige Fahrt begann mit einer, der Tageszeit entsprechend, ruhigen Stimmung, welche sich mit der Zeit über Babywindelschätzfragen, Bibelquiz, KJB-Liederbüchlein bis hin zu einer angeregten Diskussion über Rosenkranzgrammatik steigerte. Schliesslich endete die Fahrt bei erstaunlich gutem Wetter begleitet von erfrischender Jodelmusik vor unserer ersten Pilgerstation, der Mariahilf Basilika. Dort nahmen wir zu Füssen einer grossen Statue des Hl. Don Bosco erst einmal einen kleinen Imbiss ein.

Bald stellten wir fest, dass wir mit der Idee das Wochenende in Turin zu verbringen anscheinend nicht die einzigen waren, begegneten uns doch zahlreiche bekannte Gesichter aus dem Wallis und sogar Pater Thomas Suter war mit einer kleinen Pilgergruppe vor Ort.sarg des don boscos

Als die ersten Regentropfen fielen, begaben wir uns in die Basilika, wo wir bald vor dem gläsernen Sarg des hl. Don Bosco knien durften. Wer seine Geschichte einmal gelesen oder gehört hat, erahnt wahrscheinlich die Bedeutung dieses Ortes. In der prächtigen Basilika befinden sich auch die sterblichen Überreste des hl. Dominik Savio und der hl. Schwester Maria Mazzarello. Wir verbrachten dort einige Zeit und besichtigten auch das nebenan gelegene, sogenannte Oratorium, wo der grosse Heilige der Jugend gelebt und gewirkt hatte. In diesem Gebäude findet man sowohl schöne Gemälde, welche den hl. Don Bosco darstellen, wie auch persönliche Gegenstände und Möbelstücke des Heiligen und noch viele andere Dinge.

Nachdem wir uns, von den Eindrücken erfüllt, alle wieder beim Auto trafen, stürzten wir uns in das gefährliche Abenteuer der Turiner Strassen, um unser nächstes und eigentlich zentrales Pilgerziel aufzusuchen.
Unser erfahrener Chauffeur Stefan Zahner liess sich durch den äusserst gewöhnungsbedürftigen Fahrstil der Italiener nicht beirren und nicht einmal die unglaublichsten Verkehrssünden der Turiner brachten ihn aus der Fassung. Ein energisches Hupen hier und da gab uns das Gefühl uns der Strassenverkehrsordnung bestens anzupassen. Nicht zuletzt dank unseres verlässlichen Navigationssystems, welches uns nur ab und zu einmal im Kreis herum führte, erreichten wir sicher und unversehrt jedes erwünschte Ziel.grabtuch von turin

Erfolgreich eingeparkt, mit Regenschirmen in der Hand und einer Reservierung für die Besichtigung des Turiner Grabtuches in der Tasche, begaben wir uns frühzeitig zum Turiner Dom, wohlahnend was uns dort erwarten würde. Unsere Befürchtungen wurden bestätigt, als wir eine fast unüberschaubar lange Warteschlange erblickten, die ihren Anfang vor dem hl. Grabtuch unseres Herrn hatte. Wir liessen uns aber nicht abschrecken und stellten uns hinten an. Bald stiess auch Pater Suters kleine Gruppe zu uns und so waren wir schon mehr. Volle zwei Stunden dauerte das Warten und wir hatten somit genügend Zeit uns neben verschiedenen Gesprächen auf den grossen Moment der Gnade vorzubereiten. Und tatsächlich hatte es sich gelohnt, waren es auch nur etwa fünf Minuten die wir dicht gedrängt vor dem Grabtuch standen. Wir konnten es sehr gut sehen und es war wirklich ein besonderer Eindruck dem bedeutenden Abbild Christi so nahe zu sein. Bald mussten wir weiter gehen, um den nächsten Pilgern Platz zu machen, jedoch hatten wir noch Zeit, um das Tuch etwas weiter entfernt in der Kirche zu betrachten.

Ganz erfüllt und zufrieden hielten wir diesen Moment noch mit einem Gruppenfoto vor dem Dom fest und begaben uns dann ziemlich ausgehungert auf die Suche nach einem Restaurant. In einer Strasse nicht fern von unserem Auto wurden wir schliesslich fündig und liessen uns in einer Pizzeria nieder. Nun trennten uns nur noch einige kleine Verständnisprobleme mit dem Kellner von unserem Abendessen. Aber mit Händen und Füssen und einer guten Portion Humor (Gott sei Dank auch von Seiten des Kellners) schafften wir schliesslich auch noch diese Hürde und es musste keiner verhungern. Die Rechnung für die guten Speisen gab uns einige Rätsel auf und es entstand ein reger Geldwechsel am Tisch, jedoch hatten wir die erwünschten Euros bald beisammen und machten uns auf den Weg zum Hotel Campanile, das sich etwas ausserhalb der Stadt befand.gruppenfoto

Nach einer erholsamen, ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück, beschlossen wir uns noch einmal in das Zentrum der Stadt zu wagen, um dort den hl. Giuseppe Cottolengo zu besuchen. Ganz versteckt zwischen den Gassen liegt der unscheinbare Eingang zu der prächtigen Kirche, in welcher der Heilige zu finden ist. Der Priester lebte 1786 bis 1842 und eröffnete ein Spital für Arme und Verlassene, das er im Laufe seines Lebens mit Hilfe einer selbst gegründeten Schwesterngemeinschaft und zahlreichen Freiwilligen immer mehr ausweitete. Sein wertvolles Lebenswerk besteht bis heute fort und ist auf viele Orte, sogar im Ausland, verbreitet. Wir hatten die Ehre von einem freiwilligen Mitarbeiter durch die neben der Kirche gelegenen Gebäude geführt zu werden. Bestimmt erzählte er uns sehr viel über den Heiligen, das Leben und die Arbeit in den Häusern, jedoch konnte er nur Italienisch und da keiner von uns dieser Sprache wirklich mächtig ist, hatten wir alle Mühe ihn zu verstehen. Da er sich aber sehr bemühte langsam und deutlich zu sprechen, konnten wir uns doch einigermassen verständigen und alles was uns vor Ort noch unklar war, konnten wir später in einer deutschen Biographie über den Hl. Cottolengo nachlesen, die wir dort geschenkt bekommen hatten.

Als wir das Haus verliessen und zum Auto gingen, war es schon fast Mittag und wir beschlossen nach kurzer Lagebesprechung Turin hinter uns zu lassen und das am Heimweg liegende Mailand mit einem kurzen Besuch zu beehren. Vom Anblick des berühmten Doms waren wir alle hingerissen und wer seine Fassade schon einmal gesehen hat weiss, dass es allein eine gewisse Schwierigkeit darstellt sie vollständig auf ein Foto zu bekommen. Das Innere des Doms wirkt im Kontrast zum hellen Marmor der Fassade etwas dunkel, ist aber durch die vielen einzigartigen Fensterbilder mit Darstellungen aus der gesamten Bibel durchaus sehenswert.dom von mailand

Zum Abschluss assen wir ziemlich unromantisch mit einem Plastiktablett aus dem Fastfood Restaurant auf den Treppen vor dem Dom. Da das Wetter an diesem Samstag sehr zufriedenstellend und vor allem trocken war, konnten wir uns so etwas schon erlauben.

Schliesslich traten wir ganz erfüllt von den schönen Tagen die Heimreise an. Bis auf einige Turbulenzen im Auto, ausgelöst durch eine eigentlich harmlose Multivitaminsaftpackung, verlief die Fahrt sehr gut und bot uns eine wesentlich bessere Aussicht auf die Landschaft, als die Hinfahrt. So erreichten wir am Abend die Wiler Tiefgarage und freuten uns über eine fröhliche und gnadenreiche Reise nach Turin. Deo Gratias!

Wer war dabei?

Marcel und Andreas Suter, Stefan Zahner, Benedikt und Chantal Schweizer, Martin Schönenberger, Maria Schuwey und Maria Rumpl

 

Autor: Maria Rumpel
 

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