Grüss Gott
Grüss Gott
„Grüss Gott“, guten Tag und ganz einfach Grüezi. Das habe ich in den vergangen Tagen immer wieder gehört. Und auch wenn ich nicht einmal ein ganzes Jahr alt bin, so durfte ich schon wahnsinnig viel erleben. Von meiner Entstehung bis zur Geburt und schliesslich in meiner Jugend durfte ich unheimlich viele verschiedene liebe Menschen kennenlernen. Manch einer war aus Amerika, aus Brasilien, aus den USA oder einfach aus der wunderschönen Schweiz.
Und nun, lieber Leser und Leserin, möchten Sie wissen wer ich bin?
Ich möchte es Ihnen verraten: Ich bin ein Plakat!
Also, es war so: Vor ungefähr einem Jahr trafen sich die Leiter der Katholischen Jugendgruppe Wil und beschlossen, auch dieses Jahr wieder eine Standaktion zu machen. Das ganze sollte so aussehen, dass die Gruppe von 60 Personen wiederum in kleine Grüppchen eingeteilt werden sollte. Deren Aufgabe war es dann, jeweils ein grosses Plakat oder einen Flyer zu verschiedensten Themen zu entwerfen. Und so kam es auch.
Eines dienstags Abends sassen die Grüppchen zusammen und fingen über die verschiedensten Themen an zu diskutieren. So konnte auch ich mich weiterbilden. Einmal hörte ich etwas über den Papst Pius XII. und wie er sich während des Zeiten Weltkriegs für die Juden eingesetzt hat. An einem anderen Ort konnte ich ganz heimlich mitlauschen, wie man sich über Gott und die Beweise seiner Existenz unterhielt und wiederum in einer anderen Gruppe sah man die Köpfe rauchen, als die KJB'ler schlagfertige Argumente für das ungeborene Menschenleben sammelten.
Neben dem ernsten Teil, gab es jedoch auch ganz lustige Stunden. So machte sich zum Beispiel eine Gruppe einen Spass daraus, die verschiedensten Farben für den Hintergrund eines Plakates auszuprobieren. Es ging von rosa, über baby blau bis grau. Und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich wirklich froh bin, einen orangen Hintergrund zu tragen. Das wäre mir etwas peinlich gewesen, so pink aus allen anderen Plakaten herauszustechen.
Nun, lang die Rede, kurz der Sinn. Nach ungefähr sechs Gruppenstunden und harter Arbeit in den freien Minuten der KJB'ler konnten wir, das heisst alle drei Plakate und die Flyer in Druck gegeben werden und eine Woche darauf hat man uns mit einem hellen Applaus begrüsst.
Die KJBler haben aber nicht nur auf ihre eigene Kraft gebaut. Sie sind sich bewusst, dass Sie ohne Hilfe Gottes nichts erreichen können. Und genau aus diesem Grunde haben sie die Standaktion mit einer gemeinsamen Vorbereitungsnovene begonnen und einen Herz-Maria-Sühneabend gemeinsam in der Kirche verbracht.
So hatte ich und natürlich auch die anderen Plakate die grosse Ehre einen Samstag in St. Gallen und den folgenden in Wil zu stehen, um den Blick und die Gedanken der Menschen auf den lieben Gott zu lenken. Natürlich bin auch ich mir bewusst, dass wir alleine nicht viel hätten bewirken können. So kamen die KJB'ler, verweilten den ganzen Tag unter uns und kamen dadurch in sehr interessante und tiefe Gespräche mit den Passanten, die immer wieder gerne stehen blieben, mit den Jugendlichen über uns sprachen und sich auch unseren Bücherstand anschauten.
Hie und da durften sie Passanten mit einem Rosenkranz, einer religiösen Lektüre oder einfach mit einem freundlichen Wort beschenken. Natürlich konnten nicht immer alle 60 KJB-Mitglieder zusammen an einen Stand kommen. So ergab sich die Gelegenheit, dass die Abwesenden im Namen aller Beteiligten den Himmel bestürmten, damit Maria, unsere himmlische Mutter alle Menschen zu Gott führen möge.
Autor: F. Stössel

